Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

Serial narrative

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  • Der Beitrag greift eine aktuelle Diskussion in der Ausbildung von Genfer Primarlehrerinnen und Primarlehrer auf. Es geht um die Grundlagen von Schreibanlässen für verschiedene Textsorten in den ersten Schuljahren. Wir unterscheiden die schriftlichen und textbezogenen Lernstrategien, die dem Diktat mit Erwachsenen zugeordnet werden, und zeigen anschliessend auf, dass der Zweck eines Textes und sein Adressat als Motivation für das Schreiben in kommunikativer Hinsicht wichtig sind (Almgren & Aeby Daghé, 2012). Die Analyse der von 6- bis 7-jährigen Kindern (3. Klasse) beim Diktat mit Erwachsenen entstandenen Texte über den Schluss des Märchens «Trois petits moutons» (Drei Schäfchen)» von Agnès Cathala widerspiegelt die unterschiedlichen Vorstellungen der Kinder über den Zweck des Textes, die Rolle des Sprechenden und des Adressaten. Die Schwierigkeiten der Lernenden, von einer ersten Textsorte zu einer zweiten zu wechseln (Bakthine, 1984), weisen darauf hin, wie wichtig es ist, diese Dimensionen deutlich zu machen, damit sich die Schülerinnen und Schüler der Unterschiede zwischen mündlichen und schriftlichen narrativen Texten bewusst werden. In dieser Hinsicht möchte der Beitrag die Unterrichts- und Lerngegenstände des frühen Schreibens klären.

    (FR)
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  • An einer zweisprachige Tagung an der HEP-PH-Freiburg/Fribourg sind rund fünfzig Didaktiker*innen und Sprachwissenschafter*innen der Frage nach der Bedeutung von Textsorten/Textgenres im Sprachunterricht nachgegangen. Die Bedeutung des Textgenres als Kommunikate zur Entwicklung von kontextualisierten Lese- und Schreibkompetenzen und die Bedeutung von Schreiben und Lesen als kulturelle Praxis für das Lehren und Lernen wurden hervorgehoben. Textgenres wurden wegen ihrer sprachenübergreifenden Eigenschaften nicht zuletzt als Gegenstand für einen sprachenvergleichenden Unterricht identifiziert. Die sozio-historische Konstruktion von Textgenres und deren sprachwissenschaftliche, didaktische  wie auch schulische Verortung in den beiden Sprachräumen wurden von verschiedenen Seiten beleuchtet.

    Zweisprachiger Artikel: Deutsch / Französisch

    (FR)
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  • Der Beitrag nimmt Bezug auf einzelne Passagen meines Buchs Les Rouages de l'intrigue (Die Mechanismen von Plots). Ich vertrete darin die These, dass Handlungen improvisiert werden können, da sie im Wesentlichen darauf ausgerichtet sind, den Wunsch nach Auflösung zu erzeugen. Um Plots analysieren zu können, muss man das Zusammenspiel von Handlungsablauf, Erzählform und ihrer Wirkung anschauen. Auf der Basis dieser funktionalistischen Neudefinition von Plots wird erläutert, inwiefern diese Analyse für die Literaturwissenschaft relevant ist. Ich setze mich insbesondere mit der narrativen Segmentierung und dem Phänomen des Cliffhangers auseinander, der durch die Gliederung in Episoden oder Kapitel erzeugt werden kann. Die Schlussfolgerung weist auf die Schwierigkeit hin, Form- und Funktionsanalyse miteinander zu verbinden und zeigt die Bedeutung dieses Bezugs für den Literaturunterricht auf, in dem das Interpretieren von Texten erlernt und die kritischen Fähigkeiten von Lernenden gestärkt werden soll.

    (FR)
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  • Buchserien sind aus dem Lesealltag von Kindern und Jugendlichen längst nicht mehr wegzudenken. Die Faszination, welche von seriellen Erzählungen ausgeht, ist beständig und sie spielt im Rahmen der Lesesozialisation von heranwachsenden Leserinnen und Lesern eine bedeutende Rolle. Der folgende Beitrag umreisst diese Bedeutung einleitend und erläutert danach entlang von sieben kurzen Thesen, warum es gute Gründe für die Wertschätzung von Buchserien gibt, und dies sowohl in theoretischer als auch empirischer Sicht: Buchserien für Kinder und Jugendliche nehmen ein grundlegendes Prinzip des Erzählens auf (1), sie entlasten den Leseprozess (2), erleichtern die Aufnahme in die Lesegemeinschaft (3), festigen das Leseverhalten der Heranwachsenden (4), fördern die Lesemotivation, die Leseaktivität sowie die Lesekompetenz (5), sie funktionieren im Medienverbund (6) und übernehmen mit all diesem die Funktion einer Übergangsliteratur (7). Welche Bedeutung die Buchserien im schulischen Unterricht tatsächlich haben, ist noch kaum bekannt. Dieser und weiteren Fragen geht das aktuell laufende Forschungsprojekt Texte, Aktivitäten und Motivationen im Literaturunterricht auf der Sekundarstufe I - TAMoLi  nach. Einen Einblick in dieses Projekt und in erste Ergebnisse zur Lektürewahl gibt der letzte Teil dieses Beitrags (8).

    (DE)
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  • Der Beitrag untersucht die Funktionsweise eines Cliffhangers in einer von der BBC produzierten TV-Serie mit dem Titel «Sherlock». Er setzt sich sowohl mit der Produktions- als auch der Rezeptionsseite auseinander und stützt sich dabei auf kritische Kommentare des TV-Publikums in einem Kontext, in dem die narrativen Mechanismen des Cliffhangers klar identifiziert und einem narrativen Stereotyp zugeordnet werden. Es soll gezeigt werden, wie das gemeinsame fiktionale Wissen von MacherInnen und Publikum und die Einbettung der Serie in den medialen Raum Erwartungen aufrechterhalten und die Interpretation des Erzählten beeinflussen können.

    (FR)
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  • Herausfordernde Sprachhandlungen wie Berichten, Erzählen, Erklären oder Argumentieren sind für erfolgreiches schulisches Lernen in allen Fächern von hoher Relevanz. In Abhängigkeit von ihren familiären Erwerbskontexten sind junge Kinder beim Eintritt in den Kindergarten aber unterschiedlich vertraut mit solchen «mündlichen Texten». Damit wird die Erwerbsunterstützung mündlicher Textfähigkeiten durch die Kindergarten-Lehrperson zu einem Schlüsselfaktor für die Nutzung schulischer Bildungsangebote. Wie aktuelle Studien zeigen, ist der Anteil herausfordernder Sprachhandlungen in pädagogischen Einrichtungen ausbaufähig, lässt sich das erwerbsunterstützende Handeln der Fachpersonen optimieren und wirkt sich ein optimiertes Handeln der Fachpersonen günstig auf das sprachliche Lernen der Kinder aus. Bisher fehlen aber Studien, die diese Wirkung im Hinblick auf mündliche Textfähigkeiten und methodisch robust untersuchen.
    Die geplante Interventionsstudie «Erwerbsunterstützung mündlicher Textfähigkeiten im Kindergarten» (EmTiK) soll zur Schliessung dieser Forschungslücke beitragen. Dazu sind neue Instrumente zur Einschätzung des erwerbsunterstützenden Lehrpersonenhandelns und der mündlichen Textfähigkeiten der Kinder notwendig. Im vorliegenden Beitrag werden zunächst die Grundlagen und Ziele der geplanten Interventionsstudie skizziert. Danach wird die Entwicklung des Instruments zur Einschätzung der mündlichen Textfähigkeiten bei den Kindern fokussiert: Es geht um seine theoretische Konzeption, das Vorgehen bei der Erhebung, Aufbereitung und Einschätzung der Daten und die Ergebnisse seiner Erprobung (bei N = 109 Kindern). Abschliessend werden inhaltliche Erträge dieser Instrumententwicklung und methodische Herausforderungen im Hinblick auf die Hauptstudie diskutiert.

    (DE)
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