Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

Materiality and literacy

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  • Mit der longitudinal angelegten Fallstudie liegt eine qualitative empirische Studie zu einer literalen Praxis des Schreibunterrichts vor, in der das Schreiben eigener, subjektiv bedeutsamer Texte mit dem gemeinsamen Gespräch über diese „literalen Artefakte“ verbunden wird. Anhand von Textprodukten, leitfadengestützten Interviews mit der Schülerin Ida zu diesen Texten und Beiträgen aus Textgesprächen werden Entwicklungen zur Fähigkeit, adressatenbezogen Texte zu verfassen, über einen Zeitraum von vier Jahren untersucht. Die Ergebnisse dieser Fallstudie sind deshalb so wichtig für die Praxis des Schriftspracherwerbs und seine Erforschung, weil sie dazu herausfordern, die sozialen und kulturellen Dimensionen von Lese- und Schreibaktivitäten im Unterricht von Anfang an stärker zu berücksichtigen und ihre identitätsbildenden Potenziale als Beitrag zu Partizipation innerhalb und ausserhalb von Schule zu betrachten.

    (DE)
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  • Ausgehend von der Selbstverständlichkeit schriftlicher Kommunikation als ein fraglos gegebener Umstand wirft der Beitrag einen zweiten Blick auf Schriftlichkeit und skizziert die materiellen und sozialen Voraussetzungen der Schrift und des Schreibens. Gegen die realistische Annahme einer Beherrschung von Schriftzeichen, Worten und Texten durch Autor/innen entwirft der Beitrag ein Verständnis schriftlicher Darstellungspraxis, das eine humanzentrierte Beobach-tung durch eine sozio-materielle Perspektive ersetzt. Seine Überlegungen expliziert der Beitrag am Beispiel des Mathematikunterrichts.

    (DE)
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  • Der Beitrag präsentiert und beschreibt ein Projekt mit dem Titel «Interaktives Bilderbuch». Es wird aus der Sicht von Bibliothekarinnen vorgestellt, die es in ihrem Berufsalltag in der Mediathek des Service écoles-médias, (SEM, Département de l'instruction publique, de la formation et de la jeunesse DIP) in Genf durchgeführt haben. Es startete 2018/2019 und läuft derzeit noch. In der ersten Phase wurde den Lehrpersonen der Basis- und Primarstufe ein Koffer mit sechs Bilderbüchern und einem iPad zur Verfügung gestellt. Auf dem iPad waren Anwendungen zu finden, die die Bilderbücher für Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren «interaktiv» ergänzen. 2019/2020 wurde das Projekt dann Teil des Programms «Numérique à l’école» des DIP. Es berücksichtigte die Beobachtungen der ersten Phase und es entstand daraus ein neuer Koffer mit Bilderbüchern und iPads mit Apps von «interaktiven Bilderbüchern» - und mit pädagogischen Sequenzen für die Bereiche Französischlernen, Medien und Informatik und bildnerisches Gestalten. Der vorliegende Beitrag beschreibt den Prozess und die verschiedenen Schwierigkeiten und Entscheidungen, die getroffen werden mussten. Als Ergebnis des Projekts werden sieben interessante «interaktive» Bilderbücher für die Lehrpersonen beschrieben, die mit didaktischen Einschüben für den effizienten Einsatz des Materials ergänzt werden Die Herausforderungen des Projekts betreffen die digitale Omnipräsenz und die damit verbundenen Veränderungen, den Einsatz neuer Medien, die Produktion von Dokumenten (Text, Zeichnung, Aufzeichnung) und die Umsetzung neuer Lesepraktiken sowie die Herstellung der Verbindung zur Schriftlichkeit, die in der Beziehung Bibliothek-Schule neu überdacht werden muss.

    (FR)
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  • Im ersten Primarschulzyklus haben Lehrpersonen die Perspektive, Lesen und Schreiben zu unterrichten. Der Artikel stellt Lehr- und Lernsituationen vor, mit besonderem Schwerpunkt auf die von den Lehrpersonen benutzten Artefakte bei der didaktischen Vermittlung im Prozess des Aufbaus literaler Kompetenzen. Wir beobachten die Konstruktion literaler Kompetenzen und deren Abhängigkeit von diesen Artefakten.

    Als Theorierahmen dienen uns dabei die historisch-kulturelle Perspektive (Vygotski, 1934/1997) und die Didaktik des Lesens und Schreibens in französischer Sprache.

    Unsere Beobachtungen kommen aus zwei Forschungsprojekten, wovon eines in der Suisse romande in einer Klasse HarmoS 1-2, die wir zwei Jahre lang beobachtet haben, und eines in Frankreich in einer schuljahrübergreifenden Klasse, in der eine Kohorte von Kinder und ihrer Lehrperson während drei Schuljahren (Grande section, Cours Préparatoire, Cours Élémentaire première année) beobachtet wurde.

    Unsere Fragestellungen betreffen die didaktische Vermittlung bei Schulkindern zwischen 4 und 8 Jahren. Welche Artefakte werden von den Lehrpersonen benutzt, um Literalitätskompetenzen aufzubauen ? Sind im Laufe der Schuljahre Veränderungen im Sinne einer Entwicklung zu erkennen ? Wir diskutieren Status und Funktion sowie den Gebrauch dieser Artefakte durch die Lehrpersonen, im Wissen darum, dass diese multimodal sind, d.h. im Zusammenwirken mit anderen materiellen Aspekten der Lese- und Schreibdidaktik wie z.B. der Körpersprache eingesetzt werden.

    (FR)
    Detail page of the article
  • In Pop-up-Büchern lässt sich Literarisches einfallsreich inszenieren. Beispiele von Vojtech Kubašta, Robert Sabuda, Sam Ita und Gérard Lo Monaco illustrieren, welch breites Spektrum an bildlichen, textgraphischen, papiermechanischen und bucharchitektonischen Mitteln dabei genutzt werden kann. Dabei zeigt sich, dass sich in Pop-ups spezifische Poetiken manifestieren können und dass sie durch buchgestalterische Mittel entsprechende Interpretationsperspektiven auf die dargebotenen Texte erschliessen: Poetiken der Animation, der Spiegelung, der Partnerschaft von Text und Bild, der kreativen Rezeption.

    (DE)
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