Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

Writing and thinking, writing and learning

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  • Um in der Schule erfolgreich zu sein, müssen Schüler:innen sich die Normen und Regeln des gemeinsamen Lernens aneignen und eine Sprache verwenden können, welche die Gegenstände der Welt hinterfragt, um sie zu Lerninhalten zu machen. Diese Akkulturationsarbeit erfolgt über den Erwerb der Schulsprache, dem Hauptinstrument der schulischen Sozialisation.
    In diesem Beitrag untersuchen wir, wie anhand schüler:innenseitig initiierter Handlungen und unter Einbezug der gesamten Klasse der Erwerb der Schulsprache prozessual unterstützt werden kann. Um dieser Frage nachzugehen, stellen wir eine Fallstudie einer Klasse im 1. und 2. Bildungsjahr vor. Im Zentrum stehen Gelegenheiten und Umstände, in deren Kontext die Perspektive der Kinder auf einen Lerngegenstand – in unserem Fall die Leserichtung – von  derjenigen der Lehrerin abweicht.

    Wir analysieren anhand einer kindseitig initiierten Situation, wie sich das Programm der Lehrerin mit dem Programm des Kindes kreuzt und welche Wissensebenen dabei eine Rolle spielen. Letztere basieren auf grundlegenden und fachspezifischen Fertigkeiten in der Unterrichtssprache. Die Analyse des interaktionalen Regulierens zeigt die Komplexität der Arbeit am Schulspracherwerb auf, welche die Lehrerin mit den Schüler:innen leistet.

    (DE)
    (DE)
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  • Sich für einen Schreibwettbewerb anzumelden, nachdem man im Unterricht oder zu Hause einige Bücher von Ch. Pompéï gelesen hat, ist eine interessante Aktivität, die über den rein schulischen Rahmen hinausgeht.

    Seit 2020 organisiert «le service des bibliothèques et archives» der Stadt Lausanne einen Schreibwettbewerb, der sich an Schüler:innen im Alter von 8 bis 12 Jahren richtet. Im Rahmen des Wettbewerbs "Ecris ton enquête de Maëlys" verfassen die jungen Schriftsteller:innen einen Text von etwa einer A4-Seite (maximal zwei Seiten), in dem die Figuren Maëlys und Lucien sowie der Wohnort des Kindes eine Rolle spielen. Der Text wird handschriftlich oder mit dem Computer geschrieben und das Kind notiert auf dem Dokument seine Kontaktdaten.

    Dieser Artikel geht der Frage nach, inwiefern die vorgängige Lektüre der Maëlys-Bücher die Schüler:innen beim Verfassen der eigenen Texte leitet. Dazu wird zunächst das Genre «récit d’énigme» definiert und der Ablauf des Wettbewerbs beschrieben. Danach wird gezeigt, wie die Schüler:innen von der Lektüre der prototypischen Maëlys-Geschichten ausgehend ihre eigenen rätselhaften Erzählungen konzipieren. Am Ende des Beitrags kommen die Jurymitglieder zu Wort und es wird aufgezeigt, in welcher Form ein solches Projekt Schreiberfahrungen von Kindern erweitern kann.

    (FR)
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  • In dem folgenden Beitrag wird ein Schreibcurriculum für die gymnasiale Oberstufe mit insgesamt vier argumentativen Textformen vorgestellt, welches sowohl die Text-/Schreibkompetenzen als auch das fachlichen Lernen von Schüler:innen fördern soll. Beim Verfassen dieser Textformen kommt bestimmten Textprozeduren etwa im Bereich des Referierens und Diskutierens von Forschungspositionen eine besondere Bedeutung zu, deren Beherrschung auch grundlegend für eine erfolgreiche Teilnahme an wissenschaftlichen Diskursen ist. Feilke, Lehnen & Steinseifer (2019) sprechen in diesem Zusammengang auch von „Eristischer Literalität“. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass alle Schüler:innen – v.a. diejenigen mit Deutsch als Zweitsprache – über solche Textprozeduren verfügen, sollten diese systematisch vermittelt werden. Dazu wird im Beitrag ein didaktisches Konzept präsentiert, welches sich ohne Mühe in den Fachunterricht integrieren lässt.

    (DE)
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  • Schreiben gilt als probates Mittel des Wissensaufbaus und der Wissensanwendung und damit als lernförderlich. Bei näherer Betrachtung erweist sich Schreiben allerdings nicht als homogenes Konstrukt des Fachlernens, sondern als komplexer Gegenstand mit verschiedenen Zielen, spezifischen lernrelevanten Prozessen und divergierender Effektivität. Der Beitrag widmet sich einer Möglichkeit, dieser Heterogenität analytisch zu begegnen. Mittels der revidierten Lernziel-Taxonomie von Bloom lassen sich Wissensarten und kognitive Prozesse kombinieren, um dadurch das Anforderungsprofil und die Ziele von Lernaufgaben zu bestimmen. Ausgehend von der Vorstellung der Taxonomie und der Explikation ihres potenziellen Nutzens für didaktische Zwecke beim Lernen mithilfe des Schreibens wird der Ertrag in drei Analysen prototypischer und gleichwohl unterschiedlicher Lernaufgaben verdeutlicht. 

    (DE)
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  • Nach einer anfänglichen Analyse der Unterschiede zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit werden in diesem Artikel Forschungsarbeiten vorgestellt, die sich mit den besonderen Aspekten des schriftlichen Verfassens befassen, das nicht mehr als eine Praxis verstanden wird, die auf ein "Produkt" abzielt, sondern als kognitiver Prozess, der sich in einer Diskurspraxis niederschlägt.
    Im zweiten Teil des Artikels werden zur Untermauerung der theoretischen Ausführungen "Alltagsfragmente" vorgestellt: von den Autorinnen entworfene und in der Schule umgesetzte Arbeitsvorschläge, anhand derer sie veranschaulichen, wie, zu welchen Zwecken und auf welche Weise man mit den Lernenden am schriftlichen Ausdruck arbeiten kann. Ziel dieser Fragmente ist es nicht, dem Leser einen Weg aufzuzeigen, den er im Unterricht neu beschreiten kann, sondern vielmehr den Nachweis zu erbringen, dass in jeder Schulstufe und in jeder Klasse "gute" Schreibpraktiken angewandt werden können, die den Lernenden nicht nur beim Schreiben, sondern vor allem beim Schreibenlernen helfen.

    (IT)
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  • Während die Verbindung zwischen antiken und modernen Sprachen von Lehrpersonen oft thematisiert und in Lehrmitteln hervorgehoben wird, finden Latein und Griechisch weder im GER (Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen) noch im RePA (Referenzrahmen für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen) unter den Aspekten Interkulturalität und Mehrsprachigkeit Erwähnung.

    Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, inwiefern diachrone Sprachbetrachtung den Aufbau mehrsprachiger und plurikultureller Kompetenzen fördert.

    Im ersten Teil werden einige Aktivitäten aus einem Lehrbuch vorgestellt und analysiert, das im Kanton Neuenburg (CH) im Rahmen des Unterrichtsmoduls «Langues et cultures de l’Antiquité» eingesetzt wird. Das Modul verfolgt das Ziel, Schüler:innen für Parallelen und Unterschiede zwischen antiken und modernen Sprachen und Kulturen zu sensibilisieren.

    Im zweiten Teil kommen zwei Lehrpersonen zu Wort: Sie legen dar, wie sich der Einbezug von Griechisch und Latein im Unterricht auf die Entwicklung mehrsprachiger und plurikultureller Kompetenzen bei den Schüler:innen auswirkt. Die Schlussfolgerung enthält eine Bilanz sowie eine Reihe von Anregungen.

    (FR)
    Detail page of the article
  • Der Beitrag behandelt die Leseprozessbestandteile einer literarästhetischen Rezeption und ihrem Bezug zum Textverständnis. Obwohl Lektüre insbesondere im Hinblick auf das literarische Lernen als Prozess aus subjektiven, affektiv-emotionalen Handlungen aufgefasst wird, die in einem Wechselspiel mit reflexiv-kognitiven Handlungen stehen, bleibt in fachwissenschaftlichen Kontexten häufig die Beachtung der basalen Leseprozessebene im Hintergrund. In der Praxis hingegen scheint diese eine zentrale Voraussetzung für die Zugänge zum erfolgreichen Lesen zu bilden, so gewinnen Lesestrategien zur kognitiven Gliederung und zum Leseverstehen durch die PISA-Ergebnisse 2018 wieder an Relevanz (Sälzer, 2021, S. 9). Zur Diskussion steht, wie entscheidend das basale Textverständnis für eine genussvolle und vertiefte Lektüre literarischer Texte ist. Zunächst wird der Begriff der literarästhetischen Rezeption näher erläutert und in ein Verhältnis zum Textverständnis gesetzt. Anschliessend werden literarästhetische Rezeptionsprozesse modelliert und Implikationen für die Schulpraxis aufgezeigt.

    (DE)
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